COMRADE Info - Die Zeitumstellung

Einleitung

Dieses Wochenende ist es wieder soweit, am Sonntag den 28. Oktober 2018, werden die Uhren von 03:00 Uhr auf 02:00 Uhr, um eine Stunde zurück gestellt. Das bedeutet man kann eine Stunde länger schlafen oder muss im schlimmsten Fall eine Stunde länger im Dienst bleiben. Aus militärischer Sicht wechseln wir von "B" auf "A".

Einige Eselsbrücken für die Zeitumstellung Wann wird die Uhr vor- und wann retour gestellt?

  • “Spring forward, Fall back“
  • “Im Sommer werden die Stühle vor das Lokal gestellt, im Winter wieder zurück in das Lokal“
  • Militärisch: Sommerzeit B = Bikini, Winterzeit / Normalzeit A=Anorak Zeitbeispiel: 251925BJUN17 Erklärung: 25 Juni 2017 19:25 Uhr (Sommerzeit)

Von der Winterzeit in die Sommerzeit und wieder retour

Die Zeit von damals

Bevor die Zeiteinteilung festgelegt wurde, war die Sonne das Maß aller Dinge. Nahezu jeder Ort hatte seine eigenen Zeitrhythmus, welcher abhängig vom Stand der Sonne war. Wenn diese am höchsten Stand, war Mittag. Dadurch konnte es zwischen verschiedenen Orten zu einer Zeitverschiebung von mehreren Minuten kommen. Aus diesem Grund wurde in den meisten Fällen die Uhrzeit eines Landes an die Uhrzeit der jeweiligen Hauptstadt angeglichen.

Die Zeitzonen

Im Laufe der Zeit wurde der Ruf nach einer Vereinheitlichung der Zeit immer lauter. Bereits 1884 wurde die Welt in 24 Zeitzonen eingeteilt. Es sollte jedoch noch einige Jahre dauern bis dieses System umgesetzt wurde. Beispielsweise gilt in Deutschland die mitteleuropäische Zeit erst seit 1893. Zeitzonen_01 Abbildung: schematische Darstellung der Zeitzonen

 

Rüstungsindustrie und Tageslicht

Zur Zeit des 1. Weltkriegs musste die Rüstungsindustrie den Bedarf der Truppe abdecken. Um Energie zu sparen wurde erstmals 1916 die Sommerzeit und die Winterzeit eingeführt. Diese erste koordinierte Zeitumstellung fand in der Nacht von 30. April auf 1. Mai statt und wurde die folgenden Jahre auch beibehalten. Fotolia_175692339_XS

Zwischenkriegszeit

Nach dem 1. Weltkrieg wurde die Zeitumstellung wieder außer Kraft gesetzt. In Ungarn bereits im Jahr 1919 und in Österreich im Jahr 1920. Danach wurde diese je nach Situation kurzfristig immer wieder angeordnet und abgeschafft.

2. Weltkrieg

Auch in den ersten Jahren des dritten Reiches wurde an der Mitteleuropäischen Zeit festgehalten, was der heutigen Winterzeit entspricht. Erst mit Kriegsbeginn wurde die Zeitumstellung wieder eingeführt. Dies hatte vor allem für die Rüstungsindustrie einen großen Vorteil. Diese konnte zum Beispiel dadurch eine Stunde länger bei Sonnenlicht produzieren.

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Das Zeitchaos

Nach dem Ende des 2. Weltkriegs lagen die meisten Teile Europas in Schutt und Asche. Neben Hunger und Wohnungsnot kam noch ein gänzlich anderes Problem auf die Bevölkerung zu. Vor allem in Deutschland litt man unter einem regelrechten Zeitchaos, da in den drei westlichen Besatzungszonen die Sommerzeit verordnet wurde und in der sowjetischen Zone und in Berlin die Moskauer Zeit (Zeitunterschied um 2 Stunden). Außerdem wurde ab 1947 zusätzlich vom 11. Mai bis 29. Juni die Hochsommerzeit (doppelte Sommerzeit) eingeführt, wodurch die Uhren zusätzlich eine weitere Stunde nach vor gestellt wurden. In Österreich wurde die Zeitumstellung im Jahr 1948 wieder außer Kraft gesetzt, Deutschland folgte im Jahr 1949.

Ölkrise und Sommerzeit

Das Jahr 1973 hielt für viele Menschen eine große Überraschung bereit, denn es war das Jahr der Ölkrise. Neben einigen Einschränkungen wie z.B. dem autofreien Tag, zog dieses Ereignis auch noch Jahre später seine Spuren. So wurde mit dem Hintergrund dieser Krise, mit Hoffnung auf Energieeinsparung, bereits 1980 in Deutschland und Österreich wieder die Sommerzeit eingeführt.

Einheitliche Regelung

1996 war ein besonderes Jahr, da die Zeitumstellung europaweit vereinheitlicht wurde. Dies betraf die Mitglieder des europäischen Wirtschaftsraums und der Schweiz, ausgenommen davon war Island. Zusammenfassung

Die Zukunft der Zeitumstellung

In den letzten Abschnitten haben wir uns mit der Vergangenheit der Zeitumstellung befasst. Doch wie sieht eigentlich die Zukunft dieser Regelung aus?

Die große EU Umfrage

Im Jahr 2018 führte die EU in der Zeit von 14.07. - 16.08. eine großen Umfrage über die Zukunft der Zeitumstellung durch.Bei dieser Konsultation war es das Ziel, die Meinung der EU Bürgerinnen und Bürger zur derzeitigen Sommerzeitregelung und eventueller Änderungen einzuholen.

Von den rund 4,6 Millionen Teilnehmern stimmten etwa 84% für eine Abschaffung der Zeitumstellung.
Hier ist eine Übersicht der Wahlbeteiligung der EU-Mitgliedsstaaten.

So kamen die meisten Stimmen aus Deutschland (3,1 Millionen), gefolgt von Frankreich (393000) und Österreich (259000). Die restlichen Stimmen teilten sich auf die übrigen EU-Mitgliedsstaaten auf.

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Der weitere Weg der Zeitumstellung

Nach der Abstimmung und der eindeutigen Meinung der EU Bürgerinnen und Bürgern, wurden Stimmen laut, welche eine sofortige Abschaffung der Zeitumstellung forderten. Dieser Fall sollte schon 2019 eintreten.
Zum Glück wurde rechtzeitig festgestellt, dass eine Abschaffung der Winter-/Sommerzeit ohne richtige Regeln und einem vorher festgelegten Ablauf, zu einem Zeit-Chaos innerhalb der EU führen würde.


Das Ende der Zeitumstellung ist besiegelt

Am Dienstag den 26. März 2019 war es dann soweit, das Europäische Parlament besiegelte das Ende der Zeitumstellung mit 2021.
Bis dahin sind jedoch noch etliche Hürden zu meistern. Denn diese Abstimmung war nur ein erster Schritt. Im nächsten Schritt sind die EU-Verkehrsminister am Zug. Diese müssen nun eine gemeinsame Linie für die Zukunft finden. Dies liegt unter anderem daran, dass die EU den einzelnen Mitgliedstaaten die freie Wahl betreffend der zukünftigen Zeit überlässt. So könnte es beispielsweise vorkommen, dass sich Österreich für die Beibehaltung der Winterzeit und Deutschland für die Beibehaltung der Sommerzeit entscheiden. Ein solches Szenario wäre zwar möglich, jedoch sicherlich nicht zweckmäßig.

Für alle Länder, die sich für die Winterzeit entscheiden, wäre dann die letzte Zeitumstellung, am Sonntag den 31. Oktober 2021.

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Tags: Geschichte
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